Es gibt vier Hauptarten von Krebs in der Schilddrüse. Dies sind, nach Häufigkeit geordnet, papilläre, follikuläre, medulläre und anaplastische Karzinome. Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome sind bei rechtzeitiger Behandlung vollständig heilbar. Der medulläre Schilddrüsenkrebs hat einen gefährlicheren Verlauf als die ersten beiden Arten. Anaplastischer Schilddrüsenkrebs schreitet sehr schnell voran und ist sehr selten.

Die erste Behandlungsoption bei Schilddrüsenkrebs ist die Operation. Bei dieser Operation sollte die gesamte Schilddrüse entfernt und kein Schilddrüsengewebe zurückgelassen werden. Während der Operation sollten auch Lymphknoten um die Schilddrüse entfernt und zur histopathologischen Untersuchung geschickt werden.

Beim Nachweis eines erkrankten Halslymphknotens vor oder während der Operation bei Schilddrüsenkrebs sollte eine Neck Dissection durchgeführt und Lymphknotengruppen im Hals ebenfalls entfernt werden.

Für den Fall, dass im Nacken kein erkrankter Lymphknoten festgestellt wird, reicht es aus, die Lymphknoten um die Schilddrüse herum zu entfernen.

 

Da diese Krebsart bei Patienten mit anaplastischem Schilddrüsenkrebs einen sehr schnellen Verlauf zeigt, verlieren die meisten Patienten die Chance auf eine Operation, wenn die Krankheit erkannt wird. Diese Patienten erhalten eine Strahlen- und Chemotherapie. Die operierten Patienten werden nach der Operation mit Strahlen- und Chemotherapie behandelt.

 

 

Bei Schilddrüsenkrebs werden nach der Operation zusätzliche Behandlungstechniken angewendet, die je nach Krebsart variieren.

Bei papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinomen erfolgt 6 Wochen nach der Operation eine hochdosierte radioaktive Jodbehandlung, falls nach der Operation Krebszellen zurückbleiben können.

Die radioaktive Jodtherapie wird auch nach Operationen bei Patienten angewendet, die wegen medullärem Schilddrüsenkrebs operiert wurden.

 

In Fällen, in denen das Schilddrüsenkarzinom nicht vollständig entfernt werden kann, kann darüber hinaus bei medullären oder anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen eine longitudinale Strahlentherapie angewendet werden.

 

Nachbehandlung bei Schilddrüsenkrebs

Nach einer Operation und einer Behandlung mit radioaktivem Jod werden dem Patienten Schilddrüsenhormon (Thyroxin)-Tabletten verschrieben. Schilddrüsenhormontabletten regulieren nicht nur den Hormonstoffwechsel, sondern unterdrücken auch die Ausschüttung von Thyrotropin, indem sie die Hypophyse unterdrücken. Auf diese Weise wird der Serum-TSH-Spiegel bei Patienten mit Schilddrüsenkrebs unter dem Normalwert gehalten und es wird versucht, neu entstehende Krebszellen zu unterdrücken.

 

Die Messung des Serumthyreoglobulinspiegels ist die beste Methode zur Nachsorge von Schilddrüsenkrebs. Halsultraschall und Röntgenthorax können aufschlussreich sein, ob der Krebs erneut auftritt oder nicht.

Die Jod-131-MIBG-Szintigraphie ist die einzige Methode, die in der Nachsorge von medullärem Karzinom bevorzugt wird. Bei anaplastischem Krebs wird zur Nachsorge eine Ganzkörper-Knochenszintigraphie durchgeführt.

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